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Ganzheitliches Heilen mit Homöopathie

Aus den fernöstlichen Ländern, so jüngst aus Tibet, kommen immer wieder neue ganzheitliche Heilweisen, deren wesentliche Erkenntnisse sind: Körper und Geist gehören eng zusammen. Dies ist eine uralte Kenntnis der Medizin, die auch im Abendland von allen großen Ärzten und Heilern gelehrt wurde.

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1756-1843) „erfand“ die Homöopathie, nachdem er beobachtet hatte, dass Chinarinde, von Gesunden eingenommen, Symptome hervorruft, die einer Malariaerkrankung ähnlich sind. Diese Beobachtung brachte ihn dazu, einen Selbstversuch mit Chinarinde durchzuführen. Kälte und Fieber schüttelten ihn abwechselnd, wie er es auch von seinen Malariapatienten gewohnt war. Die Heftigkeit der erlittenen Symptome brachte ihn dazu, den Chinarindenabsud 1 zu 100 zu verdünnen und zu verschütteln. Eine erneute Einnahme brachte immer noch heftige Symptome hervor und Hahnemann verdünnte und verschüttelte weiter. Hahnemann machte die Erfahrung, dass seine neue Aufbereitungsweise um so wirksamer war, je mehr er verdünnte und verschüttelte. Ohne Verschüttelung wurde seine Medizin mit zunehmender Verdünnung wirkungslos, mit Verschüttelung wirkte sie stärker.

1796 ist das Geburtsjahr der Homöopathie.
Hahnemann veröffentlicht in Königslutter seine Arbeit: "Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen nebst einigen Blicken auf die bisherigen" (1796 Königslutter, Hufelands Journal BD. II)

Diese Arbeit ist Grundlage für das "Organon der rationellen Heilkunde" (Leipzig 1810).

1805 befindet sich Hahnemann in krassen Wiederspruch zur orthodoxen Medizin. Seine revolutionäre Arbeit über die Prüfung von Arzneien an Gesunden: "Fragmenta de viribus medicamentorum positivis sive in corpore sano observatis" (1805 Leipzig), Grundlage für die "Reine Arzneimittellehre" (1811 Dresden), wird begleitet durch "Aesculap auf der Wagschale" (Leipzig 1805) sowie "Heilkunde der Erfahrung" (Leipzig 1806).

In seinem „Organon der Heilkunst“ (6. und letzte Ausgabe von Hahnemann 1942) setzt Hahnemann in § 1 das Leitbild der homöopathischen Medizin:
„Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.“
In § 2 stellt er klar, wie diese Heilung auszusehen hat:
„Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Wege, nach deutlich einzusehenden Gründen.“

In den nun folgenden Jahren entwickelt Hahnemann Theorie und Praxis der Homöopathie weiter zu einer in sich geschlossenen Therapie. Er steht in regem Kontakt mit den medizinischen Autoritäten seiner Zeit. Zwischen 1811 und 1821 hält er Vorlesungen über Pharmakologie in Leipzig. Seine Habilitation trägt den Titel "De Helleborismo veterum" (Über die Christrose bei den Alten) Leipzig 1812. Um den Doktor schart sich eine Gruppe von Ärzten und Wissenschaftlern, die der Homöopathie fasziniert, aber auch skeptisch gegenüberstehen - und die an sich Arzneien homöopathisch prüfen.

Der Begriff „Homöopathie" stammt aus der griechischen Sprache und kann mit „ähnliches Leiden" übersetzt werden. Damit ist gemeint, dass in der Homöopathie eine Erkrankung mit einer kleinen Menge eines Naturstoffs behandelt wird, die am gesunden Menschen, in größerer Dosis verabreicht, zu ähnlichen Symptomen führt, wie sie für eine bestimmte Erkrankung charakteristisch sind, wie bei Hahnemann’s Chinarindenexperiment. Diese sogenannte „Ähnlichkeitsregel" (lat. Similia similibus curentur) bildet eines der Grundprinzipien der Homöopathie.

Die klassische Homöopathie, wie Hahnemann sie begründete, folgt diesem umfassenden ganzheitlichen Begriff: Sie behandelt den Menschen als Einheit von Körper und Geist, wichtig sind die besonderen auffälligen Symptome, sowohl geistig wie körperlich, sie weisen auf das richtige Mittel hin. Wo steht der Mensch in seiner Lebenspanne, wie wird er mit Problemen fertig, welche Sorgen quälen ihn, welche Natureinflüsse machen ihm zu schaffen.

Die Homöopathie greift als einzige ganzheitliche Medizin aber auch die Geschichte eines Menschen auf. Nicht nur die Vererbung, die auch andere Heilweisen kennen, sondern die persönliche Lebensgeschichte des Menschen, alle traumatischen Ereignisse, von Zangengeburt über Misshandlung, Schock, Unfall etc, wie auch alle medizinischen Eingriffe, so z.B. Impfungen, Arzneimittel, Operationen, Hormonanwendungen der Mutter vor der Geburt, Hasch- u. Alkoholmissbrauch der Eltern.

Einzelsymptome und ganzheitliche Homöopathie

Dieser ganzheitliche Aspekt der Homöopathie ist enorm komplex: Rückenschmerzen sind zum Beispiel eine alltägliche Beschwerde, die Chiropraktik bringt Erleichterung, die Homöopathie heilt aus. Liegt den Rückenschmerzen eine Wirbeldeformation zugrunde, weisen die vielen syphilitischen Mittel und Unfallmittel in der Rubrik Rückgratverkrümmung schon auf die wirkliche Ursache: das ererbte syphilitische Miasma oder der schwere Unfall.

Schmerzen im Nackenbereich zeigen vielfältige Ursachen, kranke innere Organe, können den steifen Nacken schmerzen lassen, oder gereizte Nerven, Gehirn-u, Rückenmarkshäute peinigen den Kranken. Das homöopathische Arsenal zeigt die entsprechenden Heilmittel mit dem Blick auf die inneren Organe und die Lebensgeschichte des Menschen. So z. B. weisen Arsenicum album, Gelsemium, Ipecacuanha, Lyssinum, Silicea und Zincum auf Reizung der Gehirnhäute und Impfschäden oder Infektion hin. Aconitum, Belladonna, Cicuta, Helleborus, Natrium sulfuricum lassen an Sturz/Unfall denken. Bryonia, Chelidonium, China, Colocynthis, Ignatia, Ranunculus bulbosus deuten in Richtung Verdauungsorgane.

Auch auf psychischen Gebiet lassen sich entsprechende Hinweise finden: Arsenicum hat ängstliche Unruhe, eine Störung der Lebenskraft am Zentrum Gehirn, die jede Lebensfreude zunichte macht, häufige Ursache Impfung! Aconitum läßt auf erlebte Todesangst schließen (z.B. die Zangengeburt), Colocynthis hat die heftigen Gemütsäußerungen der gereizten Leber/Galle (z.B. als Folge von Arzneimittelmißbrauch), Ignatia erlebte den Kummer, der die Leber beeinträchtigt und den Magen krank macht. Helleborus kann nicht lernen, keinen zusammenhängenden Gedanken verfolgen, als Folge von Gehirnerschütterung oder Hirnhautreizung (Impfung, Infektion).

Dieser kleine Ausschnitt demonstriert den ganzheitlichen Aspekt der homöopathischen Heilmittel, die zwar manchmal nur nach begrenzten Symptomen bestimmt werden, aber nur dann ihre Wirkung entfalten können, wenn die wahre Ursache mit dem Mittel getroffen wird. Der kranke Rücken kann seine Ursachen in der kranken Niere oder einer Störung z. B. der rechten Gehirnhälfte oder der Schilddrüse haben, die Ursache hierfür lehrt die Lebensgeschichte des Kranken. Nur wenn das homöopathische Mittel exakt diese Ursache trifft, wird die Heilung eingeleitet.

Die Einheit von Körper und Seele wird deshalb gerade in der homöopathischen Anamnese stets beibehalten, denn die besonderen und auffälligen Symptome, gleich ob geistig oder körperlich, sind die Wegweiser zum Auffinden des echten Heilmittels.


Obwohl Homöopathie seit 200 Jahren von Heilpraktikern und homöopathischen Ärzten weltweit erfolgreich angewandt wird, zählt sie in Deutschland nicht zur schulmedizinischen Medizin und gilt nicht als wissenschaftlich bewiesen.