Mi. 07. Jul. 2010
Diabetes – Die süße Bedrohung
Ein ehedem seltenes Leiden ist zum größten medizinischen Problem unserer Zeit geworden
Noch Mitte der 80er Jahre wurde die Zahl der Diabetiker weltweit auf 30 Millionen geschätzt, heute liegt die Schätzung bei 246 Millionen laut WHO; schon 2025 könnten es 380 Millionen sein.
Wer schon als Kind zuckerkrank wird, hat normalerweise einen Diabetes vom Typ I.
Das passiert zum Beispiel häufig nach Impfungen, so nach der Wiederholung der Masernimpfung mit ungefähr sechs Jahren, bevor die Kinder in die Schule kommen. In den letzten Jahren hat sich diese Entwicklung beschleunigt und Diabetes I trifft schon vermehrt die 2-4jährigen Kinder. Auch Virusinfektionen können, wie ihre Impfungen, Diabetes I verursachen; ebenso auch Vergiftungen und frühkindliche Fehlernährung.
Bei Diabetes I produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder fast kein Insulin mehr, welches die Körperzellen zur Aufnahme von Zuckermolekühlen aus dem Blut benötigen. Ursache ist eine Fehlleitung des Immunsystems: Es zerstört die Beta Zellen, die Insulin produzieren.
Allerdings erkranken heutzutage bereits Kinder und junge Erwachsene an Altersdiabetes (d.h. Typ 2), der jüngste Patient in Deutschland soll erst 5 Jahre sein.
Während es dem Typ-I-Diabetiker an Insulin fehlt und er deshalb spritzen muss, hat der Typ-II- oder Altersdiabetiker noch genügend Insulin, seine Bauchspeicheldrüse produziert sogar zunächst sehr viel mehr, als gebraucht wird. Das Problem ist, das die Körperzellen kein oder nur wenig auf das Insulin reagieren und keine Glukose aufnehmen. Die Zellen haben eine Insulinresistenz entwickelt und der Zuckerspiegel dieser Patienten ist hoch, obschon auch der Insulinspiegel hoch ist. Speziell für Typ-II-Diabetiker gilt: Die Bauchspeicheldrüse produziert zuviel Glukagon. Dieses Hormon bewirkt, dass Zucker aus der Leber freigesetzt wird, dann steigt der Blutzuckerspiegel.
Nach einiger Zeit kann die Bauchspeicheldrüse diese Spirale nicht mehr bedienen und es kommt zu einem manifesten Diabetes. Wenn nun Medikamente genommen werden, die die Insulinproduktion noch einmal weiter steigern, erschöpfen sich schnell die Insulin produzierenden Zellen und es muss gespritzt werden. Medikamente können also nur für einen kurzen Zeitraum sinnvoll sein.
Fettleibigkeit, besonders der „Bauchspeck“, wirkt bei der Entstehung von Diabetes prädisponierend, häufig gekoppelt mit Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten, man nennt dies auch das metabolische Syndrom. Dies ist eine Art Vorstufe der Diabetes II und muss konsequent behandelt werden, um einem Diabetesausbruch vorzubeugen. Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und tägliche langanhaltende Bewegung, also eine Umstellung der alltäglichen Lebensgewohnheiten muss sofort erfolgen.
Achtung bei Diabetes, die Schäden können dramatisch sein
Die Zuckerkrankheit verläuft schleichend und eine lange Zeit unbemerkt, was frühe und im weiteren Verlauf auch Spätschäden begünstigt.
Anzeichen sind ständiger Durst, Nervenstörungen und Taubheit, besonders an den Füßen. Sinnvoll ist eine regelmäßige Zuckerkontrolle, welche man auch leicht zuhause durchführen kann. Sticks für die Zuckerkontrolle im Urin gibt’s in der Apotheke. Bei höheren Werten im Morgenurin oder Unsicherheit macht der Arzt eine Blutuntersuchung.
Der überhöhte Zuckerspiegel im Blut kann Nerven und Blutgefäße schädigen, was vielfältige Folgen hat: In Deutschland rechnet man damit, dass durch Diabetes jährlich 4.000 Menschen erblinden, 30.000 amputiert werden und 8.000 wegen Nierenversagens zur Dialyse müssen. Dazu kommen Herzerkrankungen, Komplikationen während der Schwangerschaft und Arteriosklerose. Jeder zweite Schlaganfall wie auch Herzinfarkt ereignet sich bei Diabetikern - ein hoher Preis, der leicht zu vermeiden wäre.
Besonders ungünstig ist die Prognose bei den Menschen, die am Metabolischen Syndrom erkranken. Es bedeutet, dass neben dem Diabetes auch Bluthochdruck, Übergewicht und hohe Blutfettwerte gemeinsam auftreten. Dann müssen die Betroffenen eine besonders drastische Änderung ihrer Lebensführung umsetzen, um eine Besserung zu erzielen.
Es gibt inzwischen nach einer über Generationen andauernden Fehlernährung eine genetische Disposition für Diabetes, die sich zeigt, wenn schon mehrere Familienmitglieder daran erkrankt sind. Aber eine rechtzeitige Änderung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten kann ohne weiteres den Ausbruch der Krankheit abwenden, auch bei allen anderen gefährdeten Menschen.
So übernimmt man die Verantwortung für die eigene Gesundheit
Mit diesen Schritten kommen Sie ans Ziel:
1. Verantwortung für die eigene Gesundheit tragen und diese nicht an andere abgeben.
2. Neuordnung des Lebensstils.
3. Homöopathische Behandlung
Täglich 30 Minuten körperliche Bewegung reicht aus für einen schlanken Menschen, der sich vollwertig ernährt, mit viel Gemüse, Obst und Vollkornbrot.
Bestehen jedoch Übergewicht, Fehlernährung oder Bluthochdruck müssen Sie das Steuer herumreißen und Ihren Lebensstil ändern. Neben gesunder Ernährung und Gewichtsreduktion brauchen Sie mindestens eine, besser zwei Stunden Bewegung am Tag, nur so werden die Muskeln ihre Fähigkeit, Insulin aufzunehmen, wieder herstellen.
Leider sind sich viele Menschen nicht bewusst, dass Diabetes II eine Krankheit ist, die ernst genommen werden muss. Bei Bluthochdruck nimmt man eine Tablette, bei Übergewicht „kann man ja irgendwann mal reduzieren“ und man glaubt, bei Diabetes lässt sich das Problem auch „mal eben“ mit einer Tablette lösen. Das ist keineswegs der Fall. Neben dem erhöhten Risiko zu weiteren schweren Schäden des physiologischen Systems muss oft schnell gespritzt werden, wenn auf Gewichtsreduktion, Ernährung und Bewegung nicht geachtet wird. Spätestens dann, wenn es ohne Insulin nicht mehr geht, muss eine konsequente Ernährung und ständige Kontrolle des Insulinspiegels sowieso eingehalten werden. Also, warum nicht früher anfangen, wenn Heilung noch möglich ist?
Heilung ist möglich
Heilung ist möglich, wenn Diabetes II von Anfang an behandelt wird.
Ich möchte ihnen den Fall einer Patientin vorstellen, die mit 58 Jahren plötzlich einen Zuckerwert von 600 hatte. Normal ist ein Nüchternwert möglichst unter 100, der nach dem Essen etwas ansteigt und nach einiger Zeit wieder absinkt. Der Zucker wurde getestet, nachdem ein heftiger Vaginalausschlag nicht abheilen wollte. Sie hatte auch in ihrer Vorgeschichte eine Neigung zu Furunkeln und nahm seit einigen Jahren Betablocker gegen Bluthochdruck.
Als sie zu mir kam, war der Test gerade zehn Tage her. Sie nahm bereits Tabletten, der Zuckerwert war dadurch wieder normal und sie hatte schon 7 Kilo abgenommen, hatte aber noch runde 25 Kilo Übergewicht.
Behandlungsziel war die schnelle Stabilisierung des Gesundheitszustandes, die eine Tabletteneinnahme überflüssig machen sollte.
Die Ernährung sollte für die nächsten vier Wochen nur vegetarisch sein, möglichst Rohkost und zunächst ohne Brot, Nudeln und Kartoffeln, damit die Gewichtsreduktion weiterging. Dazu kamen Radfahren, Walken, Schwimmen und möglichst viel Bewegung den ganzen Tag über.
Das erste homöopathische Mittel war Arsenicum album XM, da die Patientin schockiert und sehr ängstlich durch den plötzlichen Ausbruch der Krankheit war.
Das passende homöopathische Simile, das sie zehn Tage später erhielt, war Insulinum.
Insulinum ist angezeigt bei Akne, Karbunkeln, juckenden Ekzemen und langwierigen Fällen von Furunkeln bei gleichzeitigem Diabetes. Generell wirkt Insulinum auf vielerlei Leber- und Darmbeschwerden, sowie schweren eitrigen und juckenden Hautausschlägen. Besonders bei Störungen des Glykogen-Gleichgewichts, wie es in diesem Fall vorhanden war, ist Insulinum hilfreich.
Ein Gichtanfall drei Wochen später (Gewichtsabnahme weitere 4 Kilo) wurde mit Aconitum XM und zehn Tage später mit Ledum XM behandelt.
Insulinum 12 LM wurde zwei Monate lang täglich genommen. Die Anschlussverschreibung war Insulinum 18 LM, ebenfalls 1 x täglich.
Der Diabetes war Anfang Februar 2009 festgestellt worden. Die Tabletten konnten bereits im April abgesetzt werden und der Langzeitwert spielte sich von ursprünglich 10 bei zunächst leicht über 6 ein. Inzwischen liegt er bei stabilen 5,3; die Gewichtsreduktion liegt bei 26 Kilo und die Patientin hat sich längst an die viel schmackhaftere und gesündere Vollwertkost gewöhnt. Mit dem geringeren Gewicht machen Sport und Bewegung auch viel mehr Spaß!
Nächstes Ziel ist ein stabiler Blutdruck ohne Tabletten.
Die Ernährung bei Diabetes II
Wichtigster Punkt: Kein Zucker, Honig oder Diabetes-Nahrungsmittel, die mit Fruchtzucker gesüßt sind und kein Weißmehl sowie Alkohol, da diese Nahrungsmittel sofort den Zuckerspiegel steil ansteigen und ebenso rasch wieder absinken lassen. Die Bauspeicheldrüse muss in diesem Fall schnell große Mengen an Insulin ausschütten, das wegen der Insulinresistenz nicht von den Muskeln aufgenommen wird. Es verbleibt im Blutkreislauf und führt damit zu den bekannten Schäden.
Eine generell gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Punkt für die bessere Ausbalancierung des Zuckerspiegels. Zwei Komponenten sind hierbei besonders wichtig: Rohkost hat sehr niedrige Kalorienwerte, erhöht den Zucker im Blut nur wenig und dieser baut sich während des Verdauungsvorgangs langsamer ab, als gekochte Nahrungsmittel. Deshalb fördert eine rohkostreiche und fettarme Ernährung die schnelle Gewichtsreduktion. Das gleiche gilt für Vollkornprodukte, die den Zuckerspiegel im Blut langsam erhöhen und langsam absinken lassen.
Sinnvoll ist es auch längerfristig zu Fisch statt Fleisch zu greifen, denn Fisch unterstützt in Kombination mit Salaten und Rohkost die Gewichtsabnahme, hat wenige, dafür gesunde Fette und viel Proteine.
Das Bewegungsprogramm
Idealerweise sollte bei einem Diabetes-II gefährdeten Patienten zweimal am Tag eine Stunde Laufen, Walken, Schwimmen, Gymnastik oder Radfahren in den Tagesablauf eingebaut werden; oder ein anderer Sport, der Ihnen Spaß macht. Verschiedene Sport- und Bewegungsarten sind besonders günstig, denn dann werden verschiedene Muskelgruppen trainiert.
Für alle, die sich bisher am liebsten gar nicht bewegt haben: Fangen Sie langsam an mit täglich einer halben Stunden, die Sie wöchentlich steigern, bis Sie die 2 Stunden erreicht haben.
Die homöopathischen Mittel
Die homöopathische Schatzkiste enthält über 200 verschiedene Mittel, die sich schon mehrfach bei Diabetes bewährt haben. Auch für Sie ist sicherlich das richtige Mittel, das genau auf Ihre individuelle Erkrankung passt, schon getestet und vorhanden.
Haben Sie Mut zu einem neuen Anfang!
Ihre Annette Bisping
www.heilpraktikerin-bisping.de
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